Mespilus germanica (Mispel) ist ein laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rosaceae, der ursprünglich aus Südwestasien stammt. Botanisch zeichnet er sich durch große, einzelne weiße Blüten und filzige Blätter aus. Die Frucht ist eine braune Beere mit einem typischen offenen Kelch an der Spitze („Krone“). Eine einzigartige Eigenschaft ist, dass die Früchte nach der Ernte hart und ungenießbar sind; sie werden erst nach einem sogenannten Reifungsprozess essbar, bei dem das Fruchtfleisch durch Frost oder Lagerung weich wird und eine pastöse Konsistenz erhält, die an Apfelmus erinnert. Ernährungsphysiologisch sind die Früchte reich an Mineralien (Kalzium, Magnesium, Eisen) und Ballaststoffen, insbesondere Pektin, das die Verdauung fördert. Das phytochemische Profil der rohen Früchte wird von Tanninen dominiert, die eine starke Bitterkeit verursachen. Während der Reifung oxidieren die Tannine und werden abgebaut, während der Zuckergehalt steigt. Die Früchte sind auch eine wichtige Quelle für Phenolsäuren und Flavonoide mit antioxidativer Wirkung.