Die Kudrania bzw. der Chinesische Maulbeerbaum (Maclura tricuspidata) gehört zu den faszinierendsten exotischen Gehölzen, die sich auch unter mitteleuropäischen Bedingungen erfolgreich anbauen lassen. Ihre runden, höckerigen Früchte erinnern an eine riesige Himbeere oder Maulbeere, und ihr Geschmack ruft eine Mischung aus reifer Melone und Papaya hervor. In diesem Artikel stellen wir Ihnen sechs zentrale Positionen unseres Sortiments vor – fünf weibliche Sorten und den unverzichtbaren männlichen Bestäuber.
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−25 °C
Frosthärte
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2–3 cm
Fruchtdurchmesser
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0
Spritzmittel im Bioanbau
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Die Kudrania ist zweihäusig – es gibt getrennte weibliche und männliche Bäume. Einige weibliche Sorten sind stark parthenokarp, das heißt, sie können auch ohne Bestäuber völlig kernlose Früchte bilden. Für maximale und zuverlässige Erträge wählen die meisten Anbauer jedoch die Pflanzung einer weiblichen Pflanze zusammen mit einem männlichen Bestäuber.
Gemeinsame Stärken aller Kudranien: Die späte Blüte (erst im Juni) schützt die Blüten zuverlässig vor späten Frühjahrsfrösten, das Gehölz ist außergewöhnlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge und ideal für den Bioanbau ganz ohne chemische Spritzmittel.
Weibliche Sorten
'Darrow'
Weltweit als eine der hochwertigsten weiblichen Sorten angesehen. Sie wurde vom renommierten amerikanischen Züchter Dr. George M. Darrow in den USA gezüchtet. Der Baum ist mittelstark wachsend (3–4 m), lässt sich durch Schnitt gut regulieren, und die jungen Triebe tragen kleine Dornen, die mit dem Alter verschwinden.
Es handelt sich um eine stark parthenokarpe Sorte – sie braucht für die Bildung völlig kernloser Früchte überhaupt keine männliche Pflanze. Die Früchte sind rund, bei voller Reife dunkelrot, mit sattroter, sehr saftiger Pulpe. Der Geschmack ist harmonisch süß und exotisch und erinnert an rote Melone und Zuckermelone mit einem Hauch Papaya.
Sie reift spät, allmählich von Ende Oktober bis in den November, und kommt früh in den Ertrag – meist schon im 3. Jahr nach der Pflanzung.
Tipp: Beim Anbau ohne Bestäuber steckt die Pflanze keine Energie in die Samenbildung, wodurch der Geschmack der Früchte noch süßer und konzentrierter wird. Die Reife erkennen Sie daran, dass sich die Frucht leicht abpflücken lässt, ohne dass weißer Milchsaft austritt.
'Chul Ri'
Ein neuerer, sehr vielversprechender koreanischer Kultivar aus Südkorea, der durch den legendären amerikanischen Anbauer seltener Früchte, Cliff England, einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Er zeichnet sich durch einen außergewöhnlich frühen Ertragsbeginn aus – oft trägt er die ersten Früchte schon im ersten Jahr nach der Pflanzung – sowie durch sehr schnelles Wachstum (3–5 m).
Es handelt sich um eine weibliche Selektion. Es ist noch nicht mit Sicherheit bestätigt, ob sie stark parthenokarp ist, da die bisherigen Beobachtungen nur in der Nähe männlicher Bäume stattfanden. Sie verlangt volle Sonne und gleichmäßig feuchte Wurzeln während der Sommerhitze.
Hoch frosthart (USDA-Zonen 5b bis 9), ohne beobachtete Krankheiten oder Schädlinge.
'Adam Barr'
Ein spezifischer Kultivar aus den USA, vor allem in den Sammlungen von Liebhabern seltener Früchte gefragt. Benannt nach dem Anbauer Adam Barr, gelangte er hauptsächlich über auf Exotenobst spezialisierte amerikanische Baumschulen in den Vertrieb. Geschätzt wird er für seine überdurchschnittliche Fruchtgröße und die Fähigkeit, kernlose Früchte zu bilden.
Der Wuchs ist mittelstark bis kräftig, ein regelmäßiger Schnitt wird empfohlen. Ernten Sie die Früchte erst, wenn sie vollständig weich sind und eine satte, dunkelrote Farbe haben. Die Sorte hat Potenzial als „edible landscape plant" – ein Gehölz, das im Garten sowohl eine zierende als auch eine nützliche Funktion erfüllt.
Sie reift sehr spät (Oktober/November) und verlangt in kühleren Regionen einen langen, warmen Herbst.
Hinweis: Die Dokumentation zu den Sorten 'Adam Barr' und 'Darren Bender' ist minimal. In Diskussionsforen werden sie zwar außergewöhnlich gut bewertet, doch wir verlassen uns persönlich nicht auf die Parthenokarpie und empfehlen, sie zusammen mit einem Bestäuber zu pflanzen.
'Darren Bender'
Ein benannter Kultivar aus den USA, der vor allem in den Sammlungen von Fachanbauern und Liebhabern auftaucht. Obwohl die kommerzielle Dokumentation begrenzt ist, ist er in der Gemeinschaft der Liebhaber seltener Früchte gut bekannt. Er trägt den Namen des Anbauers Darren Bender.
Der Wuchs ist mittelstark bis kräftig, und die Früchte zählen innerhalb der Art zu den größeren. Es ist eine weibliche, parthenokarpe Sorte – für maximalen Ertrag wird jedoch die Bestäubung durch eine männliche Pflanze empfohlen. Geschätzt wird sie vor allem für ihren Sammlerwert und ihre insgesamt geringen Ansprüche.
Sie reift sehr spät und verträgt, wie andere Kudranien, Fröste bis −25 °C (USDA-Zonen 5b bis 9).
'Hwang Kum #2' – das Spitzenstück des Sortiments
Ein erstklassiger moderner koreanischer Kultivar von 2012 (gezüchtet von der Seonjin Horticulture Seed Co.), in Korea auch unter dem Namen „Super Red Berry" verkauft. Heimische Großanbauer bewerten ihn nach Tests als absolut beste Sorte auf dem Markt, und Cliff England bezeichnet ihn als die Sorte mit den besten Früchten überhaupt.
Er wächst als kompakter, dichter Strauch oder kleiner Baum mit runder Krone, die koreanische Züchter mit einem Wacholder vergleichen. Sein Holz ist außergewöhnlich hart. Die Früchte sind sehr groß, perfekt kugelig, gleichmäßig und äußerst saftig, mit hervorragendem Geschmack. Dank des kompakten Wuchses und des dichten Fruchtansatzes ist die Ernte extrem einfach – fast ohne Leiter.
Die frühe Reife (von Ende September bis Mitte Oktober) gewährleistet, dass die Früchte auch in kühleren Regionen ausreifen. Er kommt schon im 2. Jahr nach der Pflanzung in den Ertrag. Es handelt sich um eine weibliche Sorte, die einen männlichen Bestäuber benötigt.
Der männliche Bestäuber – Schlüssel zur Ernte
Der männliche Kudrania-Bestäuber (Maclura tricuspidata) ist ein geeigneter Partner für alle weiblichen Sorten. Er selbst trägt zwar keine Früchte, doch seine Anwesenheit im Garten ist der absolute Schlüssel zu einer reichen, regelmäßigen und stabilen Ernte. Ohne guten Bestäuber werfen weibliche Pflanzen die Früchte oft vorzeitig ab oder setzen gar nicht erst an.
Diagnose eines Ertragsproblems:
Die weibliche Pflanze blüht reichlich, doch die Früchte fallen ab oder reifen nicht → fast immer eine Folge unzureichender Bestäubung.
Lösung: Pflanzen Sie einen männlichen Bestäuber auf der Luvseite, 4–5 m von der weiblichen Pflanze entfernt.
Ergebnis: zuverlässige Umwandlung der Blüten in saftige Früchte bei allen weiblichen Kultivaren.
Der Bestäuber blüht spät (meist im Juni) und entgeht so den Frühjahrsfrösten. Wenn der Pollen reif ist, färben sich die männlichen Blüten intensiv gelb und geben den Pollen an die Umgebung ab – Kudranien sind nämlich windbestäubt. Ein einzelner männlicher Baum kann mehrere weibliche Pflanzen zuverlässig bestäuben. Er ist von Natur aus kleiner und kompakter, passt also auch in die Randbereiche des Grundstücks, und kommt mit einem Schnitt pro Jahr aus.
Schneller Sortenvergleich
| Sorte |
Reife |
Kernlos ohne Männchen |
Ertragsbeginn |
| 'Darrow' |
Okt–Nov |
ja (stark parthenokarp) |
3. Jahr |
| 'Chul Ri' |
spät |
unbestätigt |
oft 1. Jahr |
| 'Adam Barr' |
Okt–Nov |
angeblich ja |
– |
| 'Darren Bender' |
Okt–Nov |
angeblich ja |
– |
| 'Hwang Kum #2' |
früh (Sep–Okt) |
nein (braucht Männchen) |
2. Jahr |
Je später die Früchte geerntet werden, desto süßer sind sie. Und es gilt eine einfache Regel – wer eine sichere und reiche Ernte will, gibt zu den weiblichen Pflanzen stets einen männlichen Bestäuber hinzu.
Die Kudrania ist eine hervorragende Wahl für alle, die ein pflegeleichtes, frosthartes und zugleich exotisches Obst suchen. Ob Sie die frühe, kompakte 'Hwang Kum #2' oder die bewährte, allein fruchtende 'Darrow' bevorzugen – mit der Kudrania erhalten Sie einen einzigartigen Geschmack, der in mitteleuropäischen Gärten nach wie vor zu den Raritäten zählt.
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