Tafeltrauben für Ihren Garten

Fünf Sorten von frühen kernlosen Typen bis zur späten, muskat-aromatischen „Italia“

Tafeltrauben gehören zu den dankbarsten Obstarten, die man an Pergola, Spalier oder Zaun ziehen kann. In diesem Überblick vergleichen wir fünf bewährte Sorten – von den frühen ungarischen „Lilla“ und „Éva“ mit ihren kaum spürbaren Kernen, über die kernlosen „Kishmish Moldavskij“ und „Danuta“ mit ihren riesigen Trauben, bis zur weltberühmten späten „Italia“ mit Muskataroma. Jede hat ihre Stärken – ob Lagerfähigkeit, Traubengröße oder Fäulnisresistenz.

5
verglichene Sorten
bis 2 kg
größte Traube („Éva“)
180 Tage
Lagerfähigkeit („Kishmish“)
15–27 t/ha
Ertrag („Kishmish“)

Die fünf Sorten im Überblick

„Kishmish Moldavskij“ · Moldau · kernlos
Eine klassische kernlose Sorte mit hellvioletten Trauben (durchschnittlich etwa 600 g) und knackigem, fleischigem Fruchtfleisch. Ihr größter Vorzug ist die außergewöhnlich lange Lagerfähigkeit – im Kühllager hält sie bis ins Frühjahr. Sie ist wärmeliebend (benötigt eine Wärmesumme von rund 2800 °C) und braucht in Randlagen Winterschutz. Gegen Falschen Mehltau ist sie nicht resistent.
„Lilla“ · Ungarn · frühe weiße Sorte
Eine frühe weiße Sorte (Reife ab Mitte August) mit knackigen, saftigen Beeren und dünner, kaum spürbarer Schale. Die Kerne sind sehr klein und kaum wahrnehmbar, weshalb sie sich auch für selbst gemachte Rosinen eignet. Das Laub ist locker und bildet wenige Geiztriebe, sodass sich die Stöcke leicht pflegen lassen. Frosthärte bis −19 °C.
„Danuta“ · Frankreich · kernlos
Eine französische kernlose Sorte mit riesigen Trauben (durchschnittlich 600 g, ausnahmsweise bis 1000 g) und festem, knackigem Fruchtfleisch mit feinem Nuss-Mandel-Aroma. Dank ihres starken Wuchses ist sie ideal für Pergolen und Spaliere. Sie ist wenig anfällig für Grauschimmel, doch bei Regen während der Reife neigen die Beeren zum Platzen.
„Éva“ · Ungarn · frühe weiße Sorte
Eine frühe weiße Sorte mit potenziell riesigen Trauben (durchschnittlich 400–420 g, bei guter Pflege bis 2 kg). Das Fruchtfleisch ist fest, knackig und sehr süß, die Kerne kaum spürbar. Ihre besondere Stärke ist die hohe Resistenz gegen Fäulnis und Wespen. Sie ist anspruchslos an Boden und Feuchtigkeit und verträgt Trockenheit gut.
„Italia“ · Italien · spät, mit Kernen
Eine weltberühmte späte Sorte mit riesigen, optisch attraktiven Trauben (durchschnittlich 800 g) und großen, kernhaltigen Beeren. Der Geschmack ist süß mit angenehmem Muskataroma. Sie ist sehr ertragreich und besitzt eine ausgezeichnete Lager- und Transportfähigkeit. Sie braucht volle Sonne und Schutz vor Grauschimmel; in kühleren Regionen reift sie möglicherweise nicht vollständig aus.

Sortenvergleich

Sorte Herkunft Traube Kerne Reife Frosthärte Lagerfähigkeit
„Kishmish Moldavskij“ Moldau ~600 g kernlos mittel bis spät mittel ausgezeichnet (bis 180 Tage)
„Lilla“ Ungarn ~334 g kaum spürbar früh (ab Mitte Aug.) gut (−19 °C) einige Tage gekühlt
„Danuta“ Frankreich ~600 g (bis 1000 g) kernlos mittelfrüh bis −20 °C gut (Transport)
„Éva“ Ungarn ~400–420 g (bis 2 kg) sehr klein mittelfrüh (Mitte Aug.) gut gut (feste Schale)
„Italia“ Italien ~800 g mit Kernen spät (September) −20 bis −30 °C sehr gut

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Skalen und Vergleiche

Die Traubengröße ist einer der auffälligsten Unterschiede zwischen den Sorten. Die folgende Skala vergleicht das durchschnittliche Traubengewicht; zu beachten ist, dass „Danuta“ ausnahmsweise bis 1000 g und „Éva“ bei bester Pflege sogar bis 2 kg erreichen kann.

Durchschnittliches Traubengewicht · bezogen auf einen Bereich von 0 – 1000 g
„Italia“ ~800 g
 
„Kishmish Moldavskij“ ~600 g
 
„Danuta“ ~600 g
 
„Éva“ ~410 g
 
„Lilla“ ~334 g
 

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Bei Sorten für regenreichere Lagen ist auch die Neigung der Beeren zum Platzen nach Niederschlägen wichtig. Die folgende Skala zeigt orientierend die Position von „Danuta“, die während der Reife stärker zum Platzen neigt.

Platzrisiko der Beeren nach Regen – „Danuta“ anfällig
 
Kein Platzen (widerstandsfähig) Hohes Risiko (anfällig)

Die Bewertung ist orientierend und beruht auf der Sortenbeschreibung. Gleichmäßiges Gießen und ein vor starkem Regen geschützter Standort beugen dem Platzen vor.

Tipp für Gärtner

Starkwüchsige Sorten wie „Italia“ und „Danuta“ nutzen den Platz an Pergola oder Spalier am besten, wo sie ihren kräftigen Wuchs und ihre großen Trauben voll entfalten. Sie brauchen einen langen Schnitt und ein sorgfältiges Anbinden der Triebe. Bei sehr ertragreichen Sorten („Italia“) lohnt es sich, die Trauben auszudünnen – so erhalten Sie größere und gleichmäßigere Beeren.

Hinweis

Die meisten Tafelsorten sind nicht vollständig gegen Pilzkrankheiten resistent. „Kishmish Moldavskij“ ist nicht resistent gegen Falschen Mehltau und „Italia“ ist empfindlich gegen Grauschimmel – rechnen Sie mit regelmäßigem Pflanzenschutz. Zudem reift die späte „Italia“ in kühleren Regionen möglicherweise nicht vollständig aus; pflanzen Sie sie daher an einen warmen, geschützten Standort.

Reife im Saisonverlauf

Früh (ab Mitte August): „Lilla“, „Éva“
Mittel bis mittelspät (Ende August – September): „Danuta“, „Kishmish Moldavskij“
Spät (September): „Italia“
Gute Tafeltrauben müssen Auge und Gaumen gleichermaßen erfreuen – eine große, ebenmäßige Traube und eine knackige, süße Beere sind der Lohn für Geduld bei Schnitt und Pflanzenschutz.

Suchen Sie frühe Trauben für den Frischverzehr, greifen Sie zu den ungarischen Sorten „Lilla“ oder „Éva“. Für Liebhaber kernloser Trauben sind „Kishmish Moldavskij“ (mit Rekord-Lagerfähigkeit) und „Danuta“ (mit riesigen Trauben) ideal. Und wenn Kerne Sie nicht stören und Sie eine späte Sorte mit Muskataroma für die Pergola suchen, ist „Italia“ die klare Wahl.


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