Großfrüchtige Tafeltrauben

Acht außergewöhnliche Sorten für Garten und Markt – von ultrafrüh bis kernlos

Moderne Tafeltraubensorten vereinen heute Eigenschaften, die früher kaum miteinander vereinbar waren: riesige, optisch makellose Trauben, einen harmonischen Geschmack und zugleich eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten und Frost. In diesem Überblick stellen wir Ihnen acht bemerkenswerte Sorten vor, die sich sowohl im Hausgarten als auch im kommerziellen Anbau bewähren. Sie alle zeichnen sich durch starkes Wachstum, Selbstbestäubung und zuverlässige Erträge aus – unterscheiden sich jedoch in Beerenfarbe, Reifezeit und besonderen Stärken.

Was bedeutet Selbstbestäubung? Eine Sorte mit zwittrigen Blüten benötigt keinen zusätzlichen Bestäuber in der Nähe. Sie bestäubt sich selbst und bildet volle, gut entwickelte Trauben. Die meisten der hier vorgestellten Sorten leiden zudem nicht unter dem sogenannten Verrieseln – der Bildung kleiner, unterentwickelter Beeren in der Traube.

Die Kollektion in Zahlen

8
Sorten in der Kollektion
85–125
Tage Vegetationszeit
30 g
Beerengewicht (max.)
2 kg
Traubengewicht (max.)

Sortenvergleich

Sorte Farbe Reife Traube Beere
Alvika violettblau 2. Augusthälfte 600–900 g (bis 2 kg) 20–25 g
Pamjati Utschitelja dunkelrot Anfang August 800–1200 g 10–15 g
Armani rotviolett 1. Augusthälfte 800–1200 g 17–20 g
Matador violettblau ab Mitte August 800–1200 g 20–30 g
Ivanka (kernlos) dunkelblau 2. Augusthälfte 700–1500 g 9–10 g
Mont Blanc gelbweiß ultrafrüh (85–100 Tage) 700–1200 g (bis 1,8 kg) 10–14 g
Pamjati Smolnikowa hellrosa früh bis mittelfrüh 900–1700 g 12–16 g
Veldze grünlich-gelb Ende August 100–200 g ca. 3 g

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Die Sorten im Einzelnen

Alvika – riesige längliche Beeren

Eine frühe blaue Sorte (Kreuzung 'Talisman' × 'Velika'), die mit attraktiven, marktwertvollen Trauben sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Beeren sind sehr groß (20–25 g, Maße 42 × 26 mm), länglich geformt und gleichmäßig in der Größe. Dank der lockereren Traube verformen sich die Beeren nicht gegenseitig.

Das Fruchtfleisch ist knackig und aromatisch, der Zuckergehalt erreicht 19–21 °Oechsle-Äquivalent. Die Trauben wiegen 600–900 g, an älteren Stöcken mit gut entwickeltem mehrjährigem Holz bis zu 2 kg. Die feste Schale schützt die Beeren vor Wespen, und reife Trauben hängen lange am Stock, ohne an Qualität zu verlieren.

Pamjati Utschitelja – Muskataroma

Eine sehr frühe Sorte (Kreuzung 'Talisman' × 'Cardinal') mit einer Vegetationszeit von nur 105–110 Tagen – sie reift bereits in der ersten Augustdekade. Die Trauben sind groß und schwer (800–1200 g), zylindrisch-konisch geformt und dank des fehlenden Verrieselns gleichmäßig.

Die Beeren (10–15 g) sind dunkelrot bis violett, mit dichtem, knackigem Fruchtfleisch und rosa Saft. Bei voller Reife entfaltet sich ein ausgeprägter Muskatton. Die Beeren platzen auch bei schwankender Feuchtigkeit nicht, was das Fäulnisrisiko verringert.

Armani – Eleganz mit zarter Schale

Eine sehr frühe rote Sorte mit einer Vegetationszeit von 105–115 Tagen, die in der ersten Augusthälfte reift. Die Trauben wiegen 800–1200 g und haben eine klassische konische Form. Die Beeren sind sehr groß (17–20 g, Maße 36 × 28 mm), oval und gleichmäßig, ohne verkümmerte Beeren.

Die Farbe ist rotviolett, die Schale zart und beim Essen überhaupt nicht störend. Das Fruchtfleisch ist fleischig und saftig, der Zuckergehalt liegt bei 18–19 °Oechsle-Äquivalent. Ihre gute Transportfähigkeit macht sie auch für den Verkauf geeignet.

Matador – der Champion der Fruchtgröße

Eine frühe blaue Sorte (dieselben Eltern wie 'Alvika': 'Talisman' × 'Velika') mit extrem großen Beeren (20–30 g, Maße 48 × 26 mm, fast 5 cm lang). Die Trauben haben eine ordentliche zylindrische Form und wiegen 800–1200 g.

Das Fruchtfleisch ist sehr dicht, fleischig, knackig und saftig, die Schale dünn. Ein großer Vorteil ist, dass die Beeren selbst bei regnerischem Wetter nicht platzen, was die Ernte kurz vor der Lese vor Fäulnis schützt.

Ivanka – kernlos mit großen Beeren

Eine frühe blaue kernlose Sorte (Kreuzung 'Talisman' × 'Alenuschka') der Kernlosigkeitsklasse II – Kerne bilden sich gar nicht oder nur als sehr weiche, beim Essen nicht wahrnehmbare Rudimente. Für eine kernlose Sorte sind die Beeren außergewöhnlich groß (9–10 g).

Die Trauben sind riesig und reich verzweigt (700–1500 g). Das Fruchtfleisch ist dicht, fleischig, knackig und sehr süß (18–21 °Oechsle-Äquivalent). Eine ideale Wahl für Kinder und zum Frischverzehr.

Mont Blanc – ultrafrühe Zuverlässigkeit

Eine moderne ukrainische Sorte (Züchter A. W. Burdak, Kreuzung 'Demetra' × 'Novy Podarok Saporoschju') mit ultrafrüher Reife – einer Vegetationszeit von nur 85–100 Tagen. Jedes Jahr, unabhängig vom Wetter, liefert sie eine reiche Ernte gelbweißer Trauben mit charakteristischen tropfenförmigen Beeren (10–14 g).

Die Trauben sind lockerer (700–1200 g, bis 1800 g), was Fäulnis verhindert. Die Sorte verträgt Fröste bis −23 bis −26 °C und kann sogar aus Schlafaugen Früchte tragen. Reife Trauben hängen bis zu den ersten Frösten am Stock.

Pamjati Smolnikowa – zitzenförmige rosa Beeren

Eine ertragreiche frühe bis mittelfrühe Sorte (Kreuzung 'Voskovoj' × 'Charrel') mit riesigen Trauben (900–1700 g), die an einem langen Stiel hängen. Die Beeren sind groß (12–16 g), hellrosa und haben eine charakteristische zitzenförmige Gestalt. Der Zuckergehalt erreicht 20–22 % bei ausgewogener Säure.

Die Sorte wird praktisch nicht von Wespen befallen und verträgt Fröste bis −24 °C. Sie erfordert jedoch eine konsequente Ertragsregulierung – bei Überlastung droht eine Erschöpfung des Stocks und eine Verschlechterung der Fruchtqualität.

Veldze – eine lettische Rarität für den Norden

Eine einzigartige lettische Sorte des legendären Züchters Pauls Sukatnieks (Kreuzung 'Madeleine Angevine' × 'Dvietes Zilā'), offiziell registriert im Jahr 2000. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sich bei voller Reife eine Beere so pflücken lässt, dass die Kerne am Stiel haften bleiben – übrig bleibt reines, kernloses Fruchtfleisch.

Die Trauben sind mittelgroß (100–200 g), die Beeren rund (ca. 3 g) und grünlich-gelb bis bernsteinfarben. Der Geschmack ist süß mit einem ausgeprägten Erdbeeraroma der Art Vitis labrusca. Ihr starkes Wachstum macht sie ideal für Pergolen, sie benötigt jedoch einen regelmäßigen Schnitt und Schutz gegen Echten und Falschen Mehltau.

Hinweis zur Ertragsregulierung. Sorten mit außergewöhnlich großen Trauben (besonders 'Pamjati Smolnikowa') neigen stark zur Überlastung. Ohne konsequente Reduzierung der Traubenzahl droht eine Erschöpfung des Stocks, eine geminderte Fruchtqualität und eine geschwächte Holzreife vor dem Winter.

Berücksichtigen Sie bei der Sortenwahl nicht nur die Beerengröße, sondern auch die Reifezeit und die klimatischen Bedingungen Ihres Standorts. Ultrafrühe Sorten wie 'Mont Blanc' reifen auch in kühleren Regionen zuverlässig, während großfrüchtige Sorten die Geduld des Winzers bei guter Sonneneinstrahlung belohnen.

Ein Leitfaden zu den Reifezeiten

Ultrafrüh (85–100 Tage): Mont Blanc – reift bereits Ende Juli / Anfang August.

Sehr früh (105–115 Tage): Pamjati Utschitelja, Armani – Anfang bis erste Augusthälfte.

Früh (115–125 Tage): Alvika, Matador, Ivanka, Pamjati Smolnikowa, Veldze – zweite Augusthälfte bis September.


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