Ratgeber für Pflaumensorten (Teil 3): Frostbeständige und hybride Juwelen
Ratgeber für Pflaumensorten (Teil 3): Frostbeständige Hybriden und Juwelen aus Osteuropa und dem Baltikum
Von rauer Natur geprüfte Widerstandsfähigkeit
Willkommen zum dritten Teil unseres großen Ratgebers für Pflaumensorten. Während wir uns in den vorherigen Teilen den traditionellen und westlichen Kultivaren gewidmet haben, richten wir heute unsere Aufmerksamkeit nach Osten und Norden. Wir stellen Sorten vor, die in den rauen klimatischen Bedingungen Russlands, Weißrusslands, Litauens, Lettlands und Rumäniens entstanden sind.
Diese sogenannten hybriden, russischen oder sibirischen Pflaumen sind Meisterwerke der Züchter. Sie zeichnen sich durch extreme Frostbeständigkeit, einen frühen Ertragsbeginn und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aus. Trotz ihrer Robustheit stehen sie jedoch in der Qualität in nichts nach – sie bieten riesige, saftige Früchte mit hervorragenden Verkostungsbewertungen. Lassen Sie uns einen detaillierten Blick auf sechs außergewöhnliche Sorten werfen, die jeden Obstgarten bereichern und selbst dort Erträge bringen, wo andere Sorten versagen.
1. Hybridpflaume 'Aljonuschka' (Аленушка)
Diese außergewöhnliche russische Sorte, die aus einer Kreuzung der Sorten 'Kitayanka' und 'Krasny shar' hervorgegangen ist, wurde 2001 in das Register für die Zentrale Schwarzerde-Region aufgenommen. 'Aljonuschka' ist ein Baum von kleinerem, sehr kompaktem Wuchs, der in der Regel eine Höhe von 2,5 Metern nicht überschreitet. Seine pyramidenförmige Krone verwandelt sich Anfang Mai in ein wunderschönes weißes Blütenmeer, wodurch er im Garten nicht nur eine nützliche, sondern auch eine hochdekorative Funktion erfüllt.
Geschmack und Aussehen der Früchte: Mitte August bringt der Baum eine mittelfrühe Ernte großer, runder Früchte mit einem Gewicht von 35 bis 40 Gramm. Ihre Schale ist verlockend rot und mit einem feinen Wachsüberzug bedeckt. Beim Hineinbeißen überrascht ein orangefarbenes, mittelfestes und äußerst saftiges Fruchtfleisch. Der Geschmack ist angenehm süß-säuerlich, was auch durch die hohe Verkostungsbewertung von 4,6 von 5 Punkten bestätigt wird. Die Früchte sind universell einsetzbar – ideal für den Frischverzehr, die Verarbeitung und zum Einfrieren.
Anbau und Widerstandsfähigkeit: Die Sorte kommt sehr früh in den Ertrag, bereits im dritten Jahr nach der Pflanzung. Obwohl ihr Ertrag als mittel eingestuft wird, ist er sehr zuverlässig und regelmäßig. Da es sich um eine fremdbefruchtende Sorte handelt, benötigt sie eine andere Hybridpflaume in der Nähe. Anbauer schätzen ihre Widerstandsfähigkeit gegen Monilia und die Schrotschusskrankheit sowie die gute Frostbeständigkeit der Blütenknospen. Beim Anbau sollte man jedoch auf übermäßige Niederschläge achten, die leichte Rindenschäden verursachen können.
2. Russische Pflaume 'Kubanskaja Kometa' (Кубанская Комета)
'Kubanskaja Kometa' ist eine wahre Legende unter den russischen Hybriden. Sie wurde durch die Kreuzung der chinesischen Pflaume 'Skoroplodnaya' und der Myrobalane 'Pionerka' gezüchtet und bereits 1987 in das staatliche Register aufgenommen. Dieser Baum zeichnet sich durch ein schwächeres Wachstum aus und bildet eine lockere, flachkugelige Krone, was die Ernte und Pflege erheblich erleichtert.
Geschmack und Aussehen der Früchte: Es handelt sich um eine frühe Sorte, die Sie bereits im Juli mit ihren Früchten erfreut. Die Früchte sind groß (etwa 30 g), länglich, leicht asymmetrisch und bestechen durch ihre tiefrote Farbe. Unter der Schale verbirgt sich ein gelbes, mittelfestes und leicht faseriges Fruchtfleisch. Das Geschmacksprofil ist hervorragend, süß-säuerlich mit einem mittleren Aroma, weshalb die Sorte eine Verkostungsbewertung von 4,6 Punkten erhielt. Ein kleiner Nachteil beim Verzehr ist der Stein, der sich schwerer vom Fruchtfleisch löst.
Anbau und Widerstandsfähigkeit: Diese teilweise selbstfruchtbare Sorte ist bekannt für ihren phänomenalen, regelmäßigen Ertrag, der bis zu 100 kg pro Baum erreichen kann. Sie kommt im fünften Jahr in den Ertrag. Sie ist extrem frostbeständig, hochresistent gegen Pilzkrankheiten und ihre Früchte platzen nicht auf und fallen bei Überreife nicht ab. Der Anbauer sollte jedoch bedenken, dass der Baum bei einem derart massiven Fruchtansatz dazu neigt, kleinere Früchte auszubilden, weshalb in ertragreichen Jahren eine Ausdünnung ratsam ist.
3. Weißrussische Pflaume 'Soneika' (Сонейка)
Der Name dieser weißrussischen Sorte bedeutet übersetzt "Sonnenschein", was das Aussehen ihrer Früchte perfekt beschreibt. Sie wurde im Institut für Obstbau durch Bestäubung der Sorte 'Mara' mit einer Pollenmischung diploider Pflaumen gezüchtet und 2009 registriert. Der Baum wächst relativ schwach und erreicht eine Höhe von etwa 2,5 Metern. Seine pyramidenförmige Krone wird mit zunehmendem Alter und unter der Last der Ernte ausladend bis überhängend.
Geschmack und Aussehen der Früchte: 'Soneika' ist eine späte Sorte, die Ende August reift. Ihre Früchte sind wirklich imposant – sehr groß, mit einem Gewicht von 40 bis 45 Gramm. Sie haben eine runde Form und eine wunderschöne goldgelbe Farbe, die auf der Sonnenseite von einer zarten rosa Wange geziert wird. Das orange-gelbe Fruchtfleisch ist fest, sehr saftig und aromatisch. Der Geschmack ist süß mit einer feinen, erfrischenden Säure. Wie bei vielen anderen Hybriden ist auch hier der Stein fest mit dem Fruchtfleisch verwachsen.
Anbau und Widerstandsfähigkeit: Die Sorte ist der Traum eines jeden ungeduldigen Gärtners, da sie bereits im zweiten oder dritten Jahr nach der Pflanzung die ersten Früchte trägt. Der Ertrag ist hoch und erreicht bis zu 40 kg pro Baum. Es ist eine fremdbefruchtende Sorte, die die Anwesenheit eines geeigneten Bestäubers erfordert. Sie zeichnet sich durch eine sehr hohe Frostbeständigkeit sowie eine hervorragende Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Krankheiten (insbesondere die Schrotschusskrankheit) aus. Ein großer Vorteil ist, dass die Früchte vor der vollständigen Reife nicht abfallen und den Transport gut vertragen.
4. Litauische Pflaume 'Aleksona'
Dieses litauische Juwel wurde bereits 1966 gezüchtet und ist seit 2008 stolzer Bestandteil der nationalen genetischen Ressourcen Litauens. 'Aleksona' bildet mittelstarke Bäume mit einer kugelförmigen, mitteldichten Krone, die im neunten Jahr eine Höhe von etwa 3 Metern erreichen. Es ist eine anspruchslose Sorte, die sich gut an verschiedene Bodenbedingungen anpasst.
Geschmack und Aussehen der Früchte: Ende August bietet der Baum ein optisch und geschmacklich atemberaubendes Schauspiel. Die Früchte sind elliptisch und außergewöhnlich groß, sie erreichen normalerweise ein Gewicht von 50 bis 60 Gramm. Die gelbe Grundschale ist auf der Sonnenseite mit einer intensiven roten bis rosa Wange überzogen und durch einen bläulichen Wachsüberzug geschützt. Das gelbe Fruchtfleisch ist fest, mittelsaftig und bietet einen süßen, erfrischenden und hocharomatischen Geschmack. Ein großer Vorteil für die Verarbeitung ist, dass sich der Stein sehr leicht vom Fruchtfleisch löst.
Anbau und Widerstandsfähigkeit: 'Aleksona' ist teilweise selbstfruchtbar, zur Maximierung des Ertrags wird jedoch eine Fremdbestäubung empfohlen. Sie kommt im dritten bis vierten Jahr in den Ertrag und trägt jährlich und sehr reichlich. Gerade dieser hohe Ertrag erfordert die Aufmerksamkeit des Anbauers – der Baum neigt zur Überlastung, was ohne rechtzeitige Fruchtausdünnung zum Brechen von Ästen führen kann. Die Sorte rühmt sich einer guten Frostbeständigkeit des Holzes und der Blütenknospen sowie einer allgemeinen Widerstandsfähigkeit gegen gängige Krankheiten.
5. Lettische Pflaume 'Ance'
'Ance' ist eine moderne lettische Sorte, die 2018 offiziell registriert und geschützt wurde. Dieser stark wachsende Baum, der eine Höhe von bis zu 3,5 Metern erreicht, bildet eine ausladende, massive und vor allem sehr gesunde Krone. Um einen reichen Fruchtertrag zu erhalten, wird ein Frühjahrsschnitt empfohlen, bei dem die Enden der einjährigen Triebe gekürzt und vertikale Äste entfernt werden, was für eine bessere Belichtung und Ausfärbung der Früchte sorgt.
Geschmack und Aussehen der Früchte: In der ersten Augusthälfte reifen mittelgroße, elliptische Früchte mit einem Gewicht von 30 bis 45 Gramm. Ihre Schale hat eine schöne bernsteingelbe Farbe, die gelegentlich von einer leichten rosa Wange geziert wird. Das gelbe Fruchtfleisch ist mittelfest, sehr saftig und verbirgt einen köstlichen, süßen Geschmack mit einem ausgeprägten Honigaroma bei voller Reife. Der Stein löst sich sehr gut vom Fruchtfleisch, was sie zu einer idealen Dessertsorte für den Frischverzehr macht.
Anbau und Widerstandsfähigkeit: Die Sorte ist fremdbefruchtend und blüht mittelfrüh. Sie trägt regelmäßig und reichlich, besonders an zwei- und dreijährigem Holz. Sie zeichnet sich durch eine geringe Anfälligkeit für die Schrotschusskrankheit und Rost aus. Die Früchte halten sich gut am Baum, aber Anbauer sollten bedenken, dass sie im Stadium der vollen "Honig"-Reife weicher sind und den Transport schlechter vertragen. Für Transportzwecke ist es daher besser, sie etwas früher zu ernten.
6. Rumänische Pflaume 'Andreea'
Diese Liste wird durch die hervorragende rumänische Sorte 'Andreea' abgeschlossen, die im Jahr 2000 offiziell anerkannt wurde. Der Baum hat ein mittleres bis schwächeres, aufrechtes Wachstum und bildet eine mitteldichte Krone. Ihr enormer agronomischer Vorteil ist, dass sie überwiegend an kurzem Fruchtholz trägt. Dank dieses kompakten Wachstums- und Ertragscharakters ist 'Andreea' geradezu prädestiniert für moderne, intensivere Pflanzungen.
Geschmack und Aussehen der Früchte: Mitten im Sommer, meist Ende Juli bis Anfang August, reifen mittelgroße Früchte (30 – 50 g) von kugeliger bis leicht länglicher Form. Ihre blau-violette Schale ist mit charakteristischen rötlich-violetten Punkten übersät und mit einer Bereifung bedeckt. Das gelbe Fruchtfleisch ist faserfrei, mittelfest und bietet einen sehr angenehmen, harmonisch ausgewogenen süß-säuerlichen Geschmack. Der Stein ist nicht anhaftend, löst sich also leicht vom Fruchtfleisch.
Anbau und Widerstandsfähigkeit: 'Andreea' ist eine teilweise selbstfruchtbare Sorte, aber um maximale Erträge zu erzielen, wird empfohlen, sie mit Bestäubern wie Stanley oder Anna Spath zu pflanzen. Sie zeichnet sich durch einen hohen, regelmäßigen Ertrag und eine hervorragende Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aus. Es ist eine wirklich vielseitige Pflaume – hervorragend für den Frischverzehr, ideal für die Herstellung von Kompotten, Marmeladen oder Destillaten, aber dank der Struktur ihres Fruchtfleisches wird sie besonders zum Trocknen geschätzt.
Fazit
Der dritte Teil unseres Ratgebers zeigt deutlich, dass die Züchtungsprogramme in Osteuropa und im Baltikum der Welt wahre obstbauliche Schätze beschert haben. Sorten wie Aljonuschka, Kubanskaja Kometa oder Soneika beweisen, dass es auch in Gebieten mit strengen Wintern möglich ist, riesige, süße und qualitativ äußerst hochwertige Pflaumen anzubauen. Egal, ob Sie eine Sorte für den Frischverzehr, zum Trocknen oder für die Herstellung von Destillaten suchen, diese frostbeständigen Hybriden sind für jeden Anbauer eine sichere Wahl.
Wählen Sie die widerstandsfähigsten Sorten für Ihren Garten
Sehen Sie sich unser Angebot an Premium-Pflaumen an ➤
Interessieren Sie sich für den Anbau frostbeständiger Sorten?
Treten Sie unserer Community bei und diskutieren Sie mit Experten.
Treten Sie der VIP-Facebook-Gruppe HIER bei ➤